Vorfeld Festhalle Frankfurt

Briefing

Das Vorfeld der Festhalle stellt eine Öffnung des Stadtraums dar, die aber momentan nicht ihr positives Potenzial entfaltet. Der Ort hat eine unwirtliche Atmosphäre - eine zugige Pflasterfläche, die zu durchqueren eher lästig wirkt. Der Blick in den Hinterhof der Festhalle mit den Andienungsflächen trägt dazu bei. Zudem wirken die Gebäude Festhalle, Messeturm und CMF bindungslos platziert.

Gesucht wurde eine Lösung, die diese Probleme überwindet und die Rolle des Platzes als ein offener, positiver Stadtraum zur Geltung bringt.

Lösung

Unsere Lösung setzt bei der Festhalle an, geplant 1906 von Friedrich von Thiersch, deren Erschließungssystem und Gestaltung sich an klassischen Schlossbauten orientieren. Schaut man heute auf die Rückseite der Festhalle, sieht man eine Gartenseite wie bei einem Schloss.

In einer späteren Studie zur "Bebauung des Geländes der Ausstellungs- und Festhalle zu Frankfurt a. M.“ (1920) nahm Thiersch eine Rahmung der Festhalle durch flankierende Bauteile bereits vorweg. Im Vorfeld hatte er eine Gartenfläche geplant. Diese Idee wird von unserem Entwurf aufgenommen.

Ein wichtiger Teil unserer Lösung ist daher ein neuer dreieckiger Baukörper, der seine Sichtachsen und Raumkanten auf Festhalle und Messeturm bezieht. Dieser Baukörper gibt der Festhalle und dem Vorraum die notwendige Fassung und den Rahmen für die Festhalle. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Messeturm erfordert allerdings ein Gebäude mit eigenem Charakter. Dies erreichen wir durch eine skulpturale Baukörperausbildung, die verhindert, dass das Gebäude wie ein „kleiner Messeturm“ wirkt.

Der Neubau ist ideal für diverse Nutzungen durch die Festhalle, z.B. für ein Restaurant oder eine Sky-Lounge. Zudem wäre hier ein guter Ort für V.I.P Services, mit einer direkten Verbindung über einen Steg zum 1. Rang der Festhalle. Eine Passage ermöglicht den direkten Durchgang vom Messeturm zum Festhallengarten, einschließlich eines Zugangs in den Messebereich.

Der zweite wesentliche Punkt unserer Lösung ist, die heutige Platzfläche in einen Garten zu tranformieren. Gemeinsam mit RMP Stefan Lenzen Landschaftarchitekten entwickeln wir den Garten als skulpturale Schale, die formal mit dem neuen Baukörper korrespondiert und seine Grundform aus den vorhandenen Strukturen erhält. tl_files/images/content/Messevorplatz/Abeitsmodell 2_bearbeitet2.jpg

Der Garten ist von allen vier Seiten zu betreten, jeweils dort, wo sich der Schalenkörper auf das Niveau des Platzes herunter schwingt. Die Gartengestaltung selbst ist stark angelehnt an die Orthogonalität klassischer Gartenparterre. Diese Grundstruktur wird aber partiell fragmentiert und durch die Wölbung der Gartenschale verfremdet.

Die abwechslungsreiche Bepflanzung besteht aus kleinen Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Stauden. Hinzu kommen jahreszeitliche Inszenierungen mit Zwiebelgewächsen und Sommerpflanzen sowie Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöbeln, die je nach Nutzung durch eine freie Bestuhlung komplimentiert werden.

Mit dieser Gartenlösung erhält die Festhalle ein emotionales, hochwertiges Entree, das den Besuchern überraschende Impressionen bietet und trotz der hohen Dynamik dieses Orts Intimität und eine entspannte Atmosphäre erzeugt.