Ideenwettbewerb Karstadt Celle
Revitalisieren der Substanz und des Ortes für neue Nutzungen
Das Karstadt-Gebäude am Robert-Meyer-Platz in Celle wurde vor rund 60 Jahren mitten in die Altstadt mit seinen über 400 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern hineingebaut. Seit Jahren steht die Forderung im Raum, den ästhetisch problematischen Baukörper abzureißen.
In einem offenen Wettbewerb erarbeiten wir eine Chance, die Substanz zu erhalten und gleichzeitig den Charakter des Gebäudes so zu verändern, dass es den Ort altstadttauglich aufwertet und verschönert, ohne nostalgische Zitate, sondern mit dem Ziel, die Innenstadt Celles mit zeitgemäßer Mischnutzung und einem neuen „Attraktivitätsbaustein“ (Oberbürgermeister J. Nigge) zu stärken.
Seit Jahren unverändert. Der Altbestand galt seinerzeit als vorbildlich (Architekt: Walter Brune). Das Hauptproblem heute ist die Erosion der urspsrünglichen Nutzung als Kaufhaus. (Bild zeigt Artikel in Celler Presse online, 31.5.2026)
Aus zwei Gründen soll das Gebäude umgebaut werden: 1. um die „graue Energie“ der Bausubstanz zu erhalten, 2. weil für ein Single-Tenant-Kaufhaus keine Nachfrage mehr besteht.
Der Umbau muss daher flexible Nutzungen antizipieren, die das städtische Leben der Altstadt stärken und den Standort dauerhaft wieder zu einer Anker-Adresse der Celler Innenstadt machen.
Die Eckdaten bilden eine gute Voraussetzung für ein investierbares Gebäude: Grundstück ca. 2.905 qm, 4 Geschosse, GRZ von fast 1,0 und GFZ von 3,0 ergeben bis zu 8.800 qm BGF.
Die Bauhöhe entspricht der Höhengeometrie der Innenstadt. Sie sollte beibehalten werden.
Das Gebäude wird zunächst ungefähr mittig geteilt. Damit erhält das Gebäude natürliches Licht in der Innenzone sowie eine Passage von der Bergstraße zur Mauernstraße. Die Breite von rund 8 m entspricht den alten Gassen in Celle. Die Aufteilung bedeutet das Ende des geschlossenen Gebäudeblocks. Die neue, mit viel Grün belebte Füßgängergasse ergibt eine erhebliche Verbesserung des öffentlichen Raums rund um den Robert-Meyer-Platz.
Der lichtflutende Einschnitt ermöglicht überall Tageslicht-Nutzungen (oberirdisch). War das Kaufhaus nur von außen städtebaulich relevant, ist die neue zusätzliche Innenraumexposition das Element, das den Komplex in einen Ankerhotspot verwandelt, der empathisch mit dem Umfeld verknüpft ist.
Der Flächenverlust wird ausgeglichen, indem das Gebäude auf der Ostseite die historische Fluchtlinie restauriert und Kreuzungspunkt Mauernstraße/Poststraße seine alte Fassung zurückerhält.
Auf der Westseite des Gebäudes hat eine Dachterrasse für unterschiedlichste Nutzungen Platz. Denkbar sind ein Gemeinschaftsgarten für Studenten, Entspannungs- oder Begegnungszonen für kleine Feiern oder einfach nur ein Ort, um mit Freunden den Sonnenuntergang zu genießen. Auf der gegenüberliegenden Seite könnte ein zweistöckiger Glasaufbau entstehen, etwa für Museum mit Café-Bar und einer weiteren Terrasse mit einem außergewöhnlichen Blick über die Celler Innenstadt. Die Form des Daches ermöglicht hochattraktive Räume.
Für die nötigen Funktionen und vermietbaren Flächen stehen in den Erd-, Regel- und Untergeschossen ausreichend Raum zur Verfügung. In den Regelgeschossen könnten Wohnungen in zwei verschiedenen Größen entstehen, jeweils über einen eigenen separaten Kern zu erreichen. Von Studentenwohnungen bis Wohnen auf Zeit mit zusätzlichen Services ist alles denkbar.
Im Erdgeschoss sind flexible Nutzungen möglich, etwa für Einzelhandel, Gastronomie, Elterncafé, Kita und Begegnungs- und Entspannungsräume. Hier sind vor Bauanfang keine Festlegungen erforderlich, sodass die Stadt auf Dauer an diesem Ort lebendig bleiben kann.
Im Untergeschoss finden sich weitere Funktionen wie Fitness-Raum, Waschraum, Fahrradabstellplätze, Abstell- und Arbeitsräume.